Fazit zum Frühjahrs-Pflanzenraritätenmarkt 2013 im essener Grugapark

frühjahrs_pflanzenraritaetenmarkt_gruga_270413

Heute war es endlich soweit: der langersehnte Frühjahrspflanzenraritätenmarkt stand an! An diesem Wochenende verkaufen bis morgen um 18Uhr mehr als 60 Händler aus ganz Deutschland und der Umgebung seltene Pflanzen im stimmigen Ambiente des essener Grugaparks.

Schon am Eingang kamen uns Menschen mit Kisten und Tüten entgegen, aus denen die schönsten Blüten emporlukten. Die Euphorie wuchs an und ich hoffte dort die ein oder andere günstige Rarität abzustauben. An der Orangerie angekommen bestätigte sich eines: Raritäten gabs dort. Die Flut an Pflanzen, welche über den gesamten Platz rund um die Orangerie verteilt standen, raubte mir die Orientierung und ich wusste nicht, wo ich den Rundgang möglichst sinnvoll starten konnte. Die Angst etwas zu übersehen war zu groß. Sinnigerweise stöberte ich der Reihe nach von Stand zu Stand und vertiefte mich ins Angebot. Keine Frage: die Auswahl der Stände war durchaus vielfältig. Man fand Küchenkräuter, Bonsai, Bonsairohlinge, Carnivoren, Stauden, Steingartengewächse, Sukkulenten und Kakteen, Orchideen und Tillandsien, Chili- und Tomatenpflanzen, Obstgehölze, Passionsblumen und viele andere Dinge. Aber die Vorstellung, günstige Pflanzen zu erstehen, wurde im Keim erstickt.

Nicht alles entsprach unbedingt dem Thema „Raritätenmarkt“ betrachtet man die Preisgebung mancher Stände waren die einzigen Raritäten dort nunmal die Preise (welche für teils gewöhnliche, mediterrane Pflanzen exorbitant hoch angesetzt waren). Ein Stand mit Zitruspflanzen schoss mir in die Augen. Wunderschöne kleine Zitruspflanzen in etlichen Arten. Panaschierte Zitronen, Kumquats.. Alle im recht kleinen Topf (geschätzt 12cm), nicht größer als 20cm und teils nur bleistiftdicke Stängel. Grob geschätzt nicht älter als 3 Jahre. Zumindest benötigen meine Zitruspflanzen einen solchen Zeitraum, um eben so auszusehen. Angesichts des Zustandes der Pflanzen hoffte ich hier den ersten günstigen Kauf zu tätigen, doch der Schock kam als ich das verdeckte Preisschild entdeckte: 31Eur pro Pflanze. Mir stockte der Atem und es zog mich zum nächsten Stand. Hier der nächste Preisfehler – anders kann ich mir die Preisgebung nicht erklären: gewöhnlicher Oleander, kaum 30cm hoch, einige Blüten. Bekommt man, so wie er dort stand, in jedem Supermarkt für 5Euro. Verlangter Preis auf der Pflanzenraritätenbörse: 25Eur.

fruehjahrs_pflanzenraritaetenmarkt_gruga_3_270413

Mit einem milden Lächeln zog ich von dannen und fand ersten ernsthaften Gefallen an den Sukkulentenständen. Hier auch die erste preisliche Überraschung: Wüstenrosen, Adenium obesum, für 2,50Eur das Stück. Klar, die Pflanzen waren jung und klein, doch kräftig und wunderschön. Für den Preis schlug ich zu. Angesichts der Tatsache, dass ich momentan selber noch sechs Sämlinge dieser Art habe, beschränkte ich meinen Kauf auf ein Exemplar. Auch die nahegelegenen Kakteenstände präsentierten ihr Angebot optisch sehr ansprechend, doch wusste die Produktpalette nicht so recht zu überzeugen. Was allerdings auch daran gelegen haben konnte, dass ich nicht unbedingt der Kakteenfreund bin und eher auf ungewöhnlichere Sukkulenten (Caudexpflanzen) aus war.

Mein Ziel des Tages war es, meine eingegangenen Carnivoren durch neue Exemplare zu ersetzen. Konkret dachte ich an Sarrazenien und Venusfliegenfallen. Die Auswahl dieser Pflanzen war durchaus vielfältig, doch schreckte der Preis mich auch hier vom Kauf ab: Venusfliegenfallen mit winzigen Fallen. Pflanzen, kaum größer als das Kindel meiner ehemaligen Mutterpflanze, für einen lockeren Zehner und teils mehr. Selbiges bei Bonsairohlingen, welche teils nicht viel mehr hermachten, als Sämlinge und 2-4 jährige Jungpflanzen aus dem Wald.

Ich könnte nun jeden Stand beschreiben, doch erscheint mir dazu keine Relevanz. Es gab viel zu sehen. Wer viel Geld ausgeben wollte, wurde sicherlich nicht daran gehindert, seinen Geldbeutel dort zu leeren. Preisknüller gab es nur wenige. Neben den günstigen Sukkulenten verkaufte ein anderer Stand junge Ginkgopflanzen für 3Eur das Stück. Auch hier musste ich zuschlagen und erweiterte mein Sortiment um einen knapp 40cm hohen, geschätzt 2-3 Jahre alten Ginkgo. Ein prima Exemplar zur weiteren Bonsaigestaltung, wie ich finde.

Das Fazit zum Raritätenmarkt ist sehr durchwachsen. Sicherlich werde ich morgen nicht mehr hinfahren, auch wenn ich dies ursprünglich einplante. Die Preisgestaltung war einfach zu undefiniert und lag meist deutlich über den Preisen des teuersten, mir bekannten Gartencenters. Ich möchte mir nicht anmaßen über die Qualität der Ware zu mutmaßen, doch wirkten einige Stände arg dilletantisch. Man verkaufte recht junge Sämlinge, mehr oder minder seltener Gehölze zu exorbitanten Preisen in Joghurtbechern. Von einem professionellen Raritätenzüchter verspreche ich mir allerdings etwas anderes. Das Angebot ist definitiv sehenswert und einen Besuch wert. Wer allerdings auf Schnäppchen hofft, wird enttäuscht. Wie dem auch sei, freue ich mich auf die drei verbleibenden Raritätenmärkte des Jahres. Insbesondere der Kakteen-/ und Sukkulentenmarkt wird mich hoffentlich mehr ansprechen.

Auch wenn ich mir deutlich mehr erhoffte, bin ich immerhin mit den ergatterten Pflanzen zufrieden: Adenium obesum für 2,5Eur und Ginkgo biloba für 3Eur. Beides junge, aber kräftige Pflanzen, welche sicherlich Potential nach oben haben:

Advertisements

2 Antworten zu “Fazit zum Frühjahrs-Pflanzenraritätenmarkt 2013 im essener Grugapark

  1. Pingback: Unterwegs im Emsland (und Umgebung) | Vegetation daheim - Garten- und Pflanzenblog·

  2. Pingback: Wüstenrosen (Adenium obesum) 3 1/2 Monate nach der Keimung | Vegetation daheim - Garten- und Pflanzenblog·

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s