Ameisenpflanze – Myrmecodia beccarii – im Wandel des Jahres

Die Ameisenpflanze war mir bereits von meinen Besuchen im botanischen Garten Bochum bekannt. Es handelt sich dabei um eine scheinbar sukkulente Pflanze, die einen massiven Caudex ausbildet. Eben jener Caudex lässt auch auf vermeintliche Sukkulenz schließen. Jedoch entspricht die Pflanze rein gar nicht dem, was man sich unter einem sukkulenten Caudexgewächs vorstellt. Hier ein paar markante Fakten:

  • Myrmecodia beccarii ist eine tropische Pflanze, die hohe Luftfeuchtigkeit und feuchtes Substrat liebt.
  • Das Substrat muss organisch sein und sollte dem Kultursubstrat vieler Orchideen ähneln.
  • Der vermeintliche Caudex ist kein Caudex im klassischen Sinne. Er dient als Herberge für ein Ameisenvolk, das die Pflanze in freier Natur bevölkert.

Anfang des Jahres fand ich ein solches Exemplar durch Zufall als Einzelstück in einem Gartencenter. Die Damals etwa golfballgroße Pflanze, weckte recht schnell mein Interesse und landete kurzerhand in meiner Sammlung:

M. beccarii im März 2018

Myrmecodia eilt in Kultur ein eher zickiger Ruf voraus. Sicherlich einer der Gründe, weshalb man diese Pflanze so extrem selten findet; In Gartencentern so gut wie gar nicht und selbst auf Börsen ist die Chance eher gering.

Entgegen ihres divenhaften Rufes, kultivierte ich die Pflanze eher halbherzig. Ich befreite sie aus ihrem Kokossubstrat und setzte sie samt Orchideensubstrat in einen Orchideentopf. Fortan stand die Pflanze bei Wind und Wetter draußen. Kalte Frühsommernächte im einstelligen Bereich, aber auch den heißen Hochsommer bei 40°C aufwärts, stand die Pflanze auf der Terrasse und ging im Trubel der Studienplatzsuche eher unter. Ich achtete lediglich darauf, dass sie permanent feucht stand und das Substrat nicht austrocknete. Durch den transparenten Orchideentopf eine recht einfache Aufgabe. Ab Juni begann ich die Pflanze wöchentlich mit flüssigem Volldünger zu düngen. Zusätzlich bekam sie einige Tropfen SuperThrive ins Gießwasser. Diese Mischung wendete ich in der Saison bei allen Topf- und Gartenpflanzen an.

Die großzügigen Dünger- und Wassergaben taten der Pflanze gut und sie nahm stetig an Volumen zu. Von Anfangs knapp 4cm mauserte sie sich bis aktuell auf fast 11cm. Als besonderes Highlight zeigte sie kurz nach meinem Umzug erste Blüten! Ein Zeugnis guter und erfolgreicher Kulturführung. Gerade bei einem solch seltenen und zickigen Exemplar ein wunderbares Erfolgserlebnis, auf das ich sehr stolz bin.

Eine Antwort zu “Ameisenpflanze – Myrmecodia beccarii – im Wandel des Jahres

  1. Wow!
    Aus deiner „Golfballpflanze“ ist eine wirklich schöne Myrmecodia geworden. Ich hatte seinerzeit nicht so viel Erfolg. Ich denke aber nach deinem Erfahrungsbericht werde ich es nochmal versuchen. Vielen Dank für die wertvollen Informationen!
    Viele Grüße!

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