Adenium obesum und Katze – (k)eine gute Mischung.

Die diesjährige Adeniumsaat lief eigentlich von Anfang an viel zu perfekt, um sich auf den Lorbeeren der Keimung auszuruhen: Nahezu eine Keimquote von 100% und schnellwachsende, kräftige Pflanzen.. Was will man mehr? Zwar gab es da den einen nennenswerten Rückschlag, der mich an meinem grünen Daumen zweifeln ließ, doch ließ sich das Problem schnell ausfindig machen und beheben. So war die komplette Charge vor wenigen Wochen beispielsweise von Mangelerscheinungen und Pflegefehlern gezeichnet. Nach einigen Wochen der Rehabilitation erschienen die Pflanzen kräftiger denn je.

Was hätte jetzt noch passieren können? Nochmal ein unbedachter aber gut gemeinter Pflegefehler (Stichwort: zu wenig Wasser, falsche Düngung)? Nein, auf dieser Schiene war ich ja nun stark sensibilisiert, so dass ich alle Augen offen hielt, damit eben dies nicht noch mal hätte passieren können.

Es war etwas viel banaleres, alltägliches, was mir den nächsten Rückschlag bescheren sollte. Kein Pflegefehler, keine Mangelerscheinung, keine Schädlinge. Nein: Meine Katze Lilly!

Lilly, mein kleiner dreifarbiger Stubentiger, ist eine sehr temperamentvolle Katze, die natürlich jeden Anlass nutzt, um ihre Jagdinstinkte spielerisch zu schärfen. Immer wieder muss ich an die Worte meines Tierarztes denken: „Dreifarbige haben Hummeln im Arsch“. Damals hielt ich das nur für eine Pauschalisierung, doch beschreibt diese Aussage ziemlich konkret Lillys Wesen.

Wie Lilly so ist, hat sie natürlich große Freude daran, allem hinterherzuwetzen, was sich bewegt. Ob Spielzeug, Laserpointer oder bevorzugterweise Insekten und Spinnen. Lilly möchte dabei am liebsten mit dem Kopf durch die Wand und sieht rot. Alles was sich ihr in den Weg stellt und ihre Jagdroute kreuzt, wird hemmungslos übersprungen oder mit Karacho zur Seite befördert.

Wie ich nun von Adenum obesum auf Felis silvestris komme? Nunja..  Wie ich schon schrieb, nimmt Lilly beim Ausleben ihres Jagdtriebes für gewöhnlich keine Rücksicht auf ihre Umgebung. Zwar hat sie bislang all meine Pflanzen wie durch ein Wunder verschont, doch war es nur eine Frage der Zeit, bis auch hier der erste Schaden zu verzeichnen war.

Anfang Juli 2014 kam es schließlich, wie es kommen musste: Beim Spiel sprang Lilly ziemlich zielgenau in meine Anzuchtschale und knickte dabei dummerweise den stärksten Sämling komplett ab. Ausgerechnet in der Stunde, in der ich die Pflanzen lüftete und Lilly ansich gar nicht im Raum hätte sein dürfen. Natürlich war ich im ersten Augenblick wütend, doch die Wut verflog schnell und so stieg die Sorge um mein Kätzchen. Glücklicherweise legte sie es nicht auf die Pflanzen an, sondern war auf der Jagd nach einer dicken Stubenfliege. Adenium obesum war zum Glück weiterhin uninteressant für sie.

Beim genaueren Betrachten des Adeniumstumpfes stellte ich zufriedenstellenderweise fest, dass tatsächlich lediglich nur die Spitze abgebrochen war und die Pflanze weiterhin über genügend Nodien verfügte. Somit betrachtete ich den kleinen Unfall als unfreiwilliges Zurückschneiden und wartete, bis die Pflanze aus den Nodien erneut austrieb.

Mittlerweile sind knapp zwei Wochen vergangen und Pflanze trieb tatsächlich wie vorhergesagt aus allen verbleibenden Nodien aus. Erfahrungsgemäß hält ein starker Rückschnitt die Pflanzen kompakt und buschig. So gesehen hat Lilly der Pflanze wohl einen sehr interessanten Habitus verschafft. Ich bin gespannt, wie sich das Adenium entwickeln wird. Bis jetzt sieht es sehr vielversprechend aus.

Und natürlich ist Adenium obesum und Katze keine gute Mischung!

Was die Sorge um Lilly anbelangt, so war diese nicht an den Haaren herbeigezogen, sondern beruht darauf, dass Adenium obesum eine sehr giftige Pflanze ist. Normalerweise schotte ich die Pflanzen ab und lasse Lilly nicht einmal in die Nähe giftiger und gefährlicher Pflanzen. Wie sie sich nun ausgerechnet während des Lüftens ins Pflanzenzimmer mogelte, weiß ich nicht.. aber es geschah und wird mir eine Lehre sein. Der Vorfall hätte auch schlimmer ausgehen können – für Lilly und Pflanzen. Eine gute und günstige Lösung sind Wandregale von Ikea aus der Lackserie, die es bis zu einer Länge von 2m gibt. Damit habe ich bereits den Hausflur in Dachfensternähe eingekleidet, um Pflanzen und Katze während der Überwinterung räumlich voneinander zu trennen.

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2 Antworten zu “Adenium obesum und Katze – (k)eine gute Mischung.

  1. Hallo Ben, ich hatte eher angenommen, dass die Katze mal das Granulat testen würde. Sieht es nicht ihrer Katzenstreu ähnlich?
    Weiter viel Spaß für euch beide!
    Liebe Grüße Helga

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    • Hallo Helga,

      lustigerweise ist das dunkle Granulat für die Katze recht uninteressant. Bei hellen Bimsgranulaten siehts allerdings schon anders aus, da hat sie schon die ein oder andere Pflanze ausbuddeln wollen.
      Liegt wohl daran, dass ich ansich immer sehr helles Katzenstreu nehme, welches dem verwendeten Granulat wirklich sehr ähnelt. Schon erstaunlich, welche Neugier Katzen an den Tag legen. Jeden Tag gibt es neue lustige Situationen mit ihr!

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