breitblättrige Stendelwurz: Eine wilde Orchidee im Ruhrgebiet

Zugegebenermaßen: Orchideen klingen für die meisten Leute exotisch. In einigen Fällen auch nach Kitsch (vor allem, wenn es sich dabei um blaugefärbte Phalaenopsis aus dem Baumarkt handelt). Doch die Familie der Orchideen ist äußerst breit gefächert und auch hierzulande häufig anzutreffen! Trotzdem hat es etwas „Ungewöhnliches“, wenn man davon spricht, eine wilde Orchidee mitten im Ruhrgebiet, neben einer vielbefahrenen Straße gefunden zu haben.

Klingt auf den ersten Blick erstmal widersprüchlich. Ist es aber nicht: Zum Einen ist das Ruhrgebiet mittlerweile eines der Zentren der Biodiversität (doch das ist ein anderes Thema), zum Anderen gibt es etliche einheimische Orchideen. Die meisten davon sind jedoch unscheinbar und bei weitem nicht so auffällig, wie die exotischen Verwandten, die man im Gartencenter findet. Doch muss es immer Liebe auf den ersten Blick sein?

Die breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine) ist eine der verbreitesten einheimischen Orchideen und fällt als Orchidee ersteinmal gar nicht großartig ins Auge – besonders, wenn sie sich noch in der Wachstumsphase befindet und noch keine Blütenansätze trägt. Aus der Distanz könnte man sie durch ihr Laub oberflächlich mit Maiglöckchen, Bärlauch, Aronstäben etc. verwechseln oder erst gar nicht wahrnehmen. Doch Schaut man sich das Gewächs genauer an, finden sich viele Details, die jegliche Verwechslungsmöglichkeiten mit eben genannten Pflanzen ausschließen. Es ist eben eine Orchidee, die im Habitus typisch wächst und bei genauerem Betrachten selbst ohne Blüten „besonders“ wirkt und sich von den gewöhnlichen, krautigen Nachbarn abhebt.

Doch obwohl es sich hierbei um eine Orchidee handelt, ist die Pflanze alles andere als zimperlich und wächst sogar in Pflasterfugen in der Bochumer Innenstadt.

Das Exemplar, das mir heute vor die Linse kam, wuchs auf einer Wiese, jedoch am Rande einer Straße, gelegen in einem Naturschutzgebiet. Mit einer Höhe von knapp 15cm fiel die Pflanze pauschal gar nicht großartig ins Auge, doch war es das Laub, das mich neugierig machte. Mein erster Gedanke war: Wer hat hier eine Dracaena fragans hingepflanzt? Doch bei genauerer Betrachtung fiel die Zugehörigkeit zur Familie der Orchidaceae auf.

Epipactis helleborine kann Wuchshöhen von bis zu 80cm erreichen. Das hier gefundene Exemplar ist davon noch weit entfernt. Doch bin ich auf die weitere Entwicklung gespannt und werde der Pflanze in Zukunft öfter mal einen Besuch abstatten :)

ich habe gerade regen Gefallen an Instagram gefunden. Mit einigen Gartenfreunden bin ich dort schon vernetzt. Folgt mir doch einfach und ich folge zurück: instagram.com/benjaminbuxbaum/

Dort poste ich auch recht regelmäßig aus meinem Garten :)

 

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