Atlas des Pflanzenreichs – Botanik um 1860

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Seit rund zwei Jahren befasse ich mich mit antiker Garten- und Botanikliteratur aus der Zeit vor 1890. Damals stellte ich bereits das ein oder andere Gartenbuch längst vergangener Zeiten hier vor. Mit „Christ’s Gartenbuch für Bürger und Landmann“ fand ich einen meiner Favoriten in diesem Genre. Die kleine Sammlung bestand lange Zeit hauptsächlich aus reinen Gartenbüchern mit eher allgemeineren Themen zur Gartenpflege und -gestaltung, aber auch zum Stichwort Selbstversorgung und dem Anbau von Nutzpflanzen. Was fehlte, war die rein botanische antike Fachliteratur, die ich mir eigentlich schon sehr früh auf die Einkaufsliste setzte.

Lange suchte ich entsprechende Werke und hatte eigentlich immer genaue Vorstellungen von dem, was ich da suchte; Bücher mit möglichst exotischen Pflanzen – idealerweise Kakteen und Sukkulenten als Hauptthema, zudem mit colorierten Lithografien und nicht zuletzt optisch ansprechende Gestaltung des Einbandes und natürlich ein guter Gesamtzustand. Mit solch konkreten Vorgaben ist die Auswahl natürlich schon arg beschränkt. Klar findet man Werke, die in das Schema passen, aber wenn das Sammeln der Bücher lediglich ein Nebeneffekt der Pflanzensucht ist und nicht im Vordergrund steht, setzt man natürlich Prioritäten.

Eigentlich hatte ich die Suche schon längst vergessen, bis ich durch Zufall den „Atlas des Pflanzenreichs“ fand. Relativ oberflächlich betrachtet, fällt  zuerst der markante Halbledereinband des Buches ins Auge, der bereits auf ein hohes Alter schließen lässt. Genau datiert ist das Buch leider nicht, laut Aussage des Antiquariats lässt es sich allerdings um 1860 einordnen.

Jedoch sind es die inneren Werte dieses Buches, die das Herz des Pflanzensammlers höherschlagen lassen: Detailreichtum im Bezug auf botanische Themen!

Angefangen bei den Grundorganen der Pflanze, über diverse Metamorphosen dieser, bis hin zu Beschreibungen ausgewählter Familien und beispielhafter Gattungen und Arten, sowie Beschreibungen der Habitate, deckt das Buch eine große Bandbreite an botanischen, wie auch gärtnerischen Themen ab. Zudem hat man an Lithografien nicht gespart und so ist das Buch gespickt mit Bildern, die eben diesen typischen Charakter zeitgenössischer, wissenschaftlicher Zeichnungen ausstrahlen.

Wie so ziemlich jedes Buch vergangener Tage, ist auch dieses eine Zeitkapsel, die einen authentischen Einblick in die Botanik des 19. Jahrhunderts beschert. Hier erkennt man wunderbar, wie sehr sich viele botanische Namen im Laufe der Zeit änderten. Beispielsweise wird die Mandel, Prunus dulcis, noch unter Amygdalus communis geführt und der Teestrauch, Camellia sinensis, unter Thea sinensis.

Und ja, dieses Buch entspricht thematisch tatsächlich völlig meinen Präferenzen in Sachen Pflanzen. Neben Orchideen, einigen afrikanischen Sukkulenten, Palmen und Palmfarnen wird auch auf Kakteen und Carnivoren eingegangen. Da spielt es auch keine große Rolle, dass keine colorierten Lithografien enthalten sind und der Einband ein wenig ramponiert ist. Der Atlas des Pflanzenreichs ist für mich definitiv mehr, als nur ein reines Sammlungsexemplar.

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2 Antworten zu “Atlas des Pflanzenreichs – Botanik um 1860

  1. Sieht nach einem hübschen Buch aus. Ich mag solche Zeichnungen sehr gerne – finde das immer Wahnsinn, wie detailreich manche Künstler sind. In meinem Besitz ist aber nur eines mit Schnecken … ;)

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    • Ein sehr hübsches Buch. Die Zeichnungen haben es mir sehr angetan. Leider sind es keine colorierten Lithografien, aber man kann nicht alles haben :D Ein Buch zu Schnecken aus dieser Zeit? Klingt auch wahnsinnig interessant!

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