Pilzsuche im Emsland

Pilze sind faszinierende Lebewesen, die eine Brücke zwischen der Flora und Fauna schlagen. Ihr Reich ist ein verborgenes Reich, von dem wir nur einen winzigen Bruchteil zu Gesicht bekommen. Doch gerade jetzt zum Herbst zeigen sich die imposantesten Vertreter der huttragenden Gesellen in ihrer Vielfalt im Unterholz unserer Gärten und Wälder.

Das Pilzsammeln in der freien Natur hat eine lange Tradition, die bis zu unseren Ursprüngen zurückführt. Schon seit Jahrtausenden zählen Pilze zu den wichtigsten Nahrungsmitteln des Menschen.

Doch kann man nicht oft genug vor unbedachter Sammelwut warnen. Viele Speisepilze haben unangenehme Doppelgänger, die sich nur in Details von ihren harmlosen Vertretern unterscheiden und im schlimmsten Falle zu verherenden Vergiftungen, oftmals gar bis zum Tod, führen können. Aktuelle Berichterstattungen von Vergiftungsfällen durch den Verzehr von Knollenblätterpilzen zeigen wie akut diese Thematik ist.

Als geborener Skeptiker war ich natürlich auch etwas zurückhaltend, als es am letzten Wochenende in die Pilze gehen sollte.

Neben den geläufigen Speise- und Giftpilzen sieht es in Sachen Pilzwissen bei mir nämlich recht rar aus und das Thema Pilze ist eine Sache, die ich mit großem Respekt betrachte. Um es mit den Worten meines Onkels zu sagen: wirklich sicher bin ich mir nur bei abgepackten, eindeutig deklarierten Champignons aus dem Supermarkt.

Doch standen uns mit den Eltern meiner Freundin erfahrene Mentoren zur Seite, die ihren Sammelplatz und seine Bewohner sehr gut kannten. Wir fokussierten uns auf Braunkappen und Steinpilze. Zumindest letztere hätte ich auch ohne Anleitung noch halbwegs selbst von anderen Pilzarten unterscheiden können und so führte es dazu, dass ich mich einzig auf Steinpilze fixierte und schlussendlich die geringste Ausbeute unserer kleinen Gruppe hatte, während bei den Anderen überwiegend Röhrlinge – und andere, mir unbekannte Pilze –  die Körbe füllten.

Neben den Speisepilzen, die auf unserer Suchliste standen, wimmelte es in diesem Waldstück nur so vor Pilzen in allen Variationen. Selten sah ich bislang eine solche Vielfalt auf so kleinem Raum. Die Schönheit der Pilze lässt sich nur schwer in Worte fassen. Ihre Ästhetik, die binnen weniger Tage im wahrsten Sinne des Wortes dahinfließt, ist nur von kurzer Dauer.

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