im Test: praktische Helferlein im Garten

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Es gibt Dinge im Haus und Garten, die man gern verlegt und an völlig anderen Orten wiederfindet. Bei mir sind dies in erster Linie Gartenscheren und Gießkannen. Zwar haben beide Werkzeugtypen ihren festen Platz bei mir im Garten, doch legt man im Eifer des Gefechtes gern mal seinen Krempel dort ab, wo man just die Arbeit beendete. Die Tage vergehen, die Erinnerung schwindet und schon steht man vor der Frage: „Wo habe ich die Rosenschere wieder hingelegt?“. Da Scheren zu den Werkzeugen gehören, die in jedem Garten sicherlich in mindestens doppelter Ausführung vorhanden sind, greift man in solchen Fällen schnell zu einem anderen Exemplar, das je nach Schusseligkeitsgrad des Gärtners schnell Gefahr läuft  – und täglich grüßt das Murmeltier – ebenfalls verlegt zu werden. Wieso ich meine Lieblings-Felco neulich in der Regenrinne fand, ist mir übrigens immer noch ein Rätsel..

Kurzum: an Scheren und Gießkannen unterschiedlichster Ausführung kann man im Garten nie genug haben! Da kam es mir äußerst gelegen, dass ich nun ein paar Gartenhelfer aus dem Sortiment von Maschinenhandel Meyer testen konnte. Darunter eine schicke Gießkanne in bekannter Ausführung, zwei Scheren, die unterschiedlicher gar nicht sein könnten  und etwas, was sich bislang noch nicht in meinem Repertoire befand: ein PH-Messgerät mit netten Zusatzfunktionen!

Doch der Reihe nach..

Zur Gießkanne brauche ich nicht viele Worte verlieren. Es ist eine schlichte Designerkanne aus Kunststoff, die in Sachen Optik und Haptik stark an ein Produkt aus dem bekannten schwedischen Möbelhaus erinnert. Schon mit dem Original war ich nie wirklich zufrieden, obwohl ich sicherlich fünf Exemplare davon besitze. Das Problem bei diesen offenen „Cabrio“-Gießkannen: gießt man mit zu viel Elan, plätschert das Wasser fröhlich über die Kanten und landet überall – nur nicht auf dem Substrat. Ansonsten ist die Kanne aber ein recht netter Begleiter auf der Fensterbank und fürs gelegentliche Gießen kleinerer Wassergaben mehr als ausreichend. Bei 1,6l Fassungsvermögen ist sie wohl auch ausschließlich für diese Zwecke konzipiert.

Spannender wird es hingegen bei den Scheren. Wie auch auf der Gießkanne, prangt auf den Scheren der Schriftzug „Flo“ mit grünem Logo. Augenscheinlich handelt es sich dabei wohl um einen polnischen Hersteller, dessen Produkte mir bislang gänzlich unbekannt waren. Wer in Sachen Scheren mit Felco – dem Standard schlechthin – vertraut ist, wird bei anderen (vor allem unbekannten) Herstellern meist skeptisch und hegt keine all zu großen Hoffnungen in Sachen Qualität und Stabilität. Auch ich kann nicht abstreiten, frei von dieser Voreingenommenheit zu sein. So waren die ersten Annäherungsversuche doch durchaus zurückhaltend und skeptisch.

Die Ambosschere macht einen ordentlichen Eindruck. Alle Metallteile sind massiv und wirken sehr wertig. Lediglich einige Grate fallen auf den ersten Blick als Kritikpunkt ins Auge. Die Griffe sind ergonomisch geformt und von einer rutschhemmenden und weichen Gummierung überzogen. Die Haptik schmeichelt der Hand durchaus. Allerdings ist die Schere aufgrund ihres Gewichtes relativ kopflastig und das Gewicht mag im ersten Augenblick ein wenig ungewohnt erscheinen. Doch dieses Gefühl vergeht beim Schneiden recht schnell. Die Schere durchtrennt selbst 12mm starke Äste (Frischholz und Totholz) mühelos, ohne zu verziehen oder nachzugeben und liegt beim Schnitt ungeahnt griffig in der Hand. Es ist zwar keine Felco, jedoch ein taugliches Produkt.

Die Negativpunkte soweit: Der Amboss lässt sich leider nicht lösen, da er mit einer Niete befestigt ist. Alle anderen Teile hingegen sind verschraubt, wodurch sich die Schere komplett zerlegen lässt. Desweiteren ist die Feder etwas schwach auf der Brust. Aber bei einem Sammelsurium an Scheren sollte sicherlich eine stärkere Feder nicht weit sein.

Die zweite Schere im Bunde ist viel mehr ein Multifunktionswerkzeug, das vom Konzept im Fahrwasser von Leatherman und co schwimmt. Durch die klappbaren Griffe lässt sich die Schere kompakt zusammenlegen und zudem in einer kleinen Gürteltasche verstauen. Die Klingen sind aus Edelstahl, der einen ordentlichen Eindruck hinterlässt und der Schere ein angenehmes Gewicht verleiht.

Die Schere schneidet junge Triebe besonders gut, ohne sie zu zerquetschen. Bei dickeren Ästen scheitert sie zwar nicht, jedoch bietet der Griff bauartbedingt zu wenig Ergonomie, so dass die Handhabung in diesem Falle recht unbequem erscheint.

In den Griffschalen befinden sich – wie bei den großen Vorbildern – einige klappbare Klingen. Darunter: eine Messerklinge mit glattem Schliff, eine Klinge mit Wellenschliff, ein kleiner Unkrautkratzer und eine Säge. Die klingen sind relativ scharf und machen einen guten Eindruck. Auch die kleine Säge hat den Praxiseinsatz bestanden und braucht sich hinter der Säge, wie man sie in Victorinoxmessern findet, nicht verstecken. Lediglich die Konstruktion des Multifunktionswerkzeugs lässt leider einige Wünsche offen. Die vier Klingen lassen sich nicht arretieren und klappen schnell ein. Auch die Griffschalen sind nicht all zu stramm an der Schere befestigt. Zudem ist der Kunststoff nicht unbedingt der hochwertigste.

Jedoch kann man in diesem kleinen Werkzeug sicherlich einen netten Begleiter finden, der die wichtigsten Gartenwerkzeuge auf kleinstem Raum vereint. Durch die praktische Tasche findet das Werkzeug direkt am Gürtel Platz.

Die Reihenfolge, in der ich die Produkte hier nenne, könnte man als persönliche Rangliste interpretieren. Denn das spannendste Tool dieser Zusammenstellung folgt mit dem PH-Messgerät.

Dank der mitgelieferten 9V Batterie lässt sich das Gerät direkt in Betrieb nehmen. Es fällt auf: das Messgerät ist weitaus mehr, als ein PH-Messgerät. Neben der Messung des PH-Wertes lassen sich: Temperatur, Bodenfeuchte und Helligkeit anzeigen. Leider wird letztere nicht in genormten Einheiten angegeben sondern lediglich in Werten von „Low“ bis „High“, wodurch sich keine exakten Messungen vornehmen lassen. Für einen groben Überblick reichen diese Richtwerte allerdings aus. Besonders praktisch ist die Anzeige der Bodenfeuchtigkeit, die besonders bei Kübelpflanzen manchmal nur schwer einzuschätzen ist. Dank der rund 30cm langen Sonde lässt sich das Messgerät auch in größeren Töpfen sinnvoll verwenden.

Ob die Werte allerdings der Realität entsprechen, oder stark abweichen, konnte ich leider nicht ermitteln, da ich keine weiteren Messgeräte besitze. Die Temperatur stimmt allerdings mit meiner Wetterstation und zwei weiteren Digitalthermonetern überein. Wenn die Messung des PH-Wertes ebenso exakt verläuft, gibt’s vom technischen Aspekt nichts zu meckern.

Zwei Mankos fallen allerdings auf: Das Gehäuse besteht nicht unbedingt aus dem robustesten Kunststoff. Jedoch sollte man das Teil auch nicht mit dem Hammer in den Boden rammen. Bei normaler Benutzung sehe ich keinen Grund für zu schnellen Verschleiß. Etwas nerviger ist hierbei allerings der Fakt, dass das Display lediglich beim direkten Draufblick gut abzulesen ist. Schon bei kleineren Abweichungen erscheint ein einziger Zeichensalat. Allerdings ist das Teil hintergrundbeleuchtet, was bei Dunkelheit praktisch sein kann.

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Sponsored Post – Die getesteten/rezensierten Produkte wurden mir kostenlos zum Testen zu Verfügung gestellt. Dieser Beitrag spiegelt ausschließlich meine subjektive Meinung zu den gezeigten Produkten wider. Ich teste und rezensiere ehrlich, kritisch und praxisnah nach bestem Gewissen unter den mir gegebenen Möglichkeiten. Meine Meinung ist weder käuflich, noch stehe ich in einer Beziehung zu den Herstellern der getesteten Produkte. Dieser Beitrag stellt keine Kaufaufforderung dar, kann aber zum Fällen einer Kaufentscheidung zu Rate gezogen werden.

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3 Antworten zu “im Test: praktische Helferlein im Garten

  1. Danke für den Test! Mit den Vor- und Nachteilen von den PH-Messgeräten beschäftige ich mich auch schon länger.

    Mein Favorit bei den Gartenscheren: ganz klar die Felco 2!

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