Neues Saatgut – das Herz des Raritätenfreundes schlägt Purzelbäume

Meine diesjährige Aussaat begann eher schleppend, konnte ich mich zu Beginn kaum festlegen, was gesät werden sollte. Ein erster roter Faden zeichnete sich ab, als ich vor rund drei Wochen einige Passifloraarten säte. Der Fortschritt dahingehend ist noch nicht all zu erkenntlich. Zwei Arten sind bereits gekeimt, der Rest lässt noch auf sich warten. Jedoch sollte man bei Passiflorasamen generell geduldig sein. Angesichts der Aussaat im April, kann sich die Keimung durchaus noch bis zum Sommer hinziehen. Bis dahin heißt es: abwarten und Tee trinken.

Der Besuch der Frühjahrs-Pflanzenraritätenbörse im Essener Grugapark brachte mich jedoch auf den Geschmack, etwas völlig Anderes zu säen. Wie ich im Bericht zur Börse schon schrieb, stieß ich auf einen Weihrauchbaum, der es mir angetan hat – jedoch aus preislicher Sicht nicht unbedingt meine Zustimmung genoss. Weihrauch – Boswellia sacra –  ist ein Baum aus dem arabischen Raum, dessen Harz als Grundlage für das bekannte Räucherwerk dient. Mit Plecanthrus – einem beliebten Zierkraut, welches im Einzelhandel oft als Weihrauch zu finden ist – hat der echte Weihrauch jedoch rein gar nichts gemeinsam. Plecanthrus riecht zwar äußerst intensiv nach Weihrauch, jedoch unterscheidet sich der Geruch in teils recht markanten Nuancen vom echten Weihrauch. Plecanthrus hat eine deutlich spürbare Campher- und Mentolnote, die allerdings nicht auf den ersten Blick in die Nase sticht. Mir persönlich fiel es erst auf, als ich mehrere hundert Pflanzen Plecanthrus auf der Arbeit stutze und den Geruch noch einen Tag später an den Fingern haften hatte. Jedoch hat das Kraut aufgrund seiner oberflächlichen Ähnlichkeit zum Geruch des Harzes von Boswellia sacra seinen Trivialnamen erhalten.

Genug der trockenen Theorie. Das Thema Boswellia sacra vs. Plecanthrus ist eine ziemlich interessante Thematik, auf die ich in einem späteren Artikel sicherlich noch genauer eingehen werde. Nun ersteinmal die Vorstellung meiner neuesten Errungenschaften in Sachen Saatgut:

Jetzt, da ich so sehr von Boswellia sacra schwärmte, liegt es nahe, dass ich mir natürlich Saatgut dieser Pflanze bestellte. Der hohe Preis, der auf Börsen selbst für Jungpflanzen erzielt wird, spornt mich einfach zu sehr an, mich selbst an die Aussaat dieser Rarität zu machen, deren Seltenheit wohl den teils absurden Preis „rechtfertigt“ – sofern ich dem Händler glauben konnte. Nein, ich habe nicht vor, die Pflanzen zu verkaufen und Gewinn zu erzielen, jedoch allein der Fakt, etwas seltenes zu kultivieren, was in gewissen Kreisen einen hohen Wert genießt, ist Motivation genug, mich der Aussaat hinzugeben. Ob das Saatgut jedoch taugt? Ich weiß es nicht und werde es hoffentlich bald feststellen.

Beim Stöbern im Onlineshop des Samenhändlers stieß ich zudem auf zwei weitere Gewächse, die mich faszinierten, wie auch inspirierten. Zum Einen wäre dort mit Schizolobium parahyba gelber Palisander vertreten, der jedoch nur entfernt mit Palisander (Dalbergia) verwandt ist, dessen Holz man als Edelholz kennt. Spontan wie Schizolobium parahyba landete auch Entada rheedii im Einkaufskorb. Hier war das Produktbild ausschlaggebend, das einen Samen in der Größe einer Handinnenfläche zeigte. Auch diese Pflanze bietet viele interessante Fakten, auf die ich zur – hoffentlich eintretenden – Keimung genauer eingehen werde.

Übrigens: Ein kleines, aber lästiges Ressourcenproblem in Sachen Zimmergewächshäuser löste sich im Laufe der letzten Tage von ganz allein.

Durch meine Teilnahme am Gewinnspiel der Firma Romberg gewann ich ein kleines Zimmergewächshaus in limitierter Auflage, das nun zur absolut richtigen Zeit eintrudelte – strike! Somit muss ich mir zumindest bei der Aussaat der drei neuen Arten vorerst keine Platzgedanken machen. Danach wirds jedoch wieder eng und die Auslastung meiner Anzuchthäuschen wird abermals bei 100% liegen. Das Übliche Problem eines Pflanzenenthusiasten! ;) An die Aussaatvorbereitungen werde ich mich dann wohl am folgenden Wochenende begeben. Berichte folgen!

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2 Antworten zu “Neues Saatgut – das Herz des Raritätenfreundes schlägt Purzelbäume

  1. Lieber Ben ,
    Wie hast du verfahren, mit der Saat der boswillia Sacra ? Ein Freund hat mir Saat aus dem Urlaub mitgebracht aber ich denke nicht das sie nicht einfach so in Blumenerde kann oder? Bitte verrate mir wie du verfahren bist.

    Liebe Grüße
    Bilgin

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    • Hallo Bilgin,

      eines sollte ich vorweg nehmen: Das Saatgut ist bei mir nicht gekeimt. Ich hielt mich an die Anleitung des Händlers, habe das Saatgut vorgequollen und bei 23-25°C und hoher Luftfeuchte in einer Mischung aus Anzuchterde und mineralischen Sukkulentensubstrat oberflächennah gesät.

      Ich muss allerdings auch eingestehen, dass ich zu faul war, genauer zu recherchieren. Ob dies der optimale Weg ist, kann ich nun nicht sagen. Ob die Aussaat daran, oder an der Qualität des Saatgutes gescheitert ist, kann ich letztendlich nicht sagen.

      Ben

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