vom Kompost gerettet: Olea europaea

Ein stattlicher Olivenbaum fehlte mir eigentlich noch in meiner Sammlung (abgesehen von zig anderen Gehölzen). Nachdem mein letzter Neuzugang in Sachen Olea europaea sich eher im Bonsaiformat bewegte und nach drastischen Formungsmaßnahmen langsam aber sicher wieder austreibt, spielte der Zufall mir in der letzten Woche einen regelrechten Joker zu. Während der Arbeit entdeckte ich auf einem Komposthaufen einer benachbarten Firma, ein grau-grünes Etwas, das sofort mein Interesse weckte. Aus der Distanz wusste ich zwar nicht genau, um was es sich handelte, doch war ich mir ziemlich sicher, dass sich hier eine Olive mit frischem Austrieb auf dem Komposthaufen verbarg. Ein feierabendlicher Kontrollblick bestätigte meine Vermutung. Ein recht stattliches Exemplar verweilte dort wohl schon seit Monaten, vielleicht sogar bereits über Winter und mir wurde schnell klar: diesen Baum musste ich haben! Kurz nachgefragt und bingo, ich bekam grünes Licht und konnte den Baum mitzunehmen.

Am nächsten Tag fuhr ich direkt nach Feierabend zum Komposthaufen und stand zum ersten Mal direkt vor der Pflanze. Aus der Distanz wirkte der Baum zwar groß, aber nicht so groß, wie aus der direkten Nähe. Ich war überwältigt und zweifelte an meinem Plan, das Gewächs mit meinem Corsa D (dreitürig) zu transportieren. Nach etlichen Versuchen schaffte ich es zumindest schon, den Regennassen Wurzelballen in den Kofferraum zu hiefen. Doch musste der Baum komplett ins Auto, da ich 35km auf Landstraße, Autobahn und quer durch die Innenstadt vor mir hatte. Abermals hiefte ich den Baum heraus und schob ihn nun mit der Krone voran erneut in den Wagen. Nicht nur das hohe Gewicht der klatschnassen Pflanze, sondern auch ihre Ausmaße, die ich völlig falsch einschätzte, entpuppten sich als Faktoren, an denen ich fast verzweifelte.

Doch schließlich gelang es mir, den Baum so im Auto zu drappieren, dass ich den Ballen im Kofferraum festzurren konnte und die Krone in Richtung Innenraum zeigte. „In Richtung“ ist dabei allerdings völlig untertrieben. Einige Zweige stießen bis an die Windschutzscheibe und verhedderten sich während der Fahrt in meinen Haaren.

So abenteuerlich der Spaß begann, verlief die Fahrt allerdings recht moderat. Da der Baum gut gesichert war, konnte er sich nicht verselbstständigen und ich kam gut und sicher daheim an. Das Ausladen nahm schlussendlich ähnlich abenteuerliche Züge an, die ich bereits vom Einladen noch frisch in Erinnerung hatte. Als der Baum jedoch mit der Sackkarre in den Garten befördert wurde, ließ ich ihn dort einige Tage stehen, eh ich mich heute schließlich ans Eintopfen und Zurückschneiden machen konnte.

Da die Pflanze wohl über Monate auf der Seite lag, war die Rückseite deutlich lädiert und die Äste wuchsen bereits krumm. Hier war der Punkt, den ich durch der Rückschnitt in erster Linie entzerren wollte. Auch standen viele tote Äste aus der Krone ab, die ebenfalls das Gesamtbild störten. Eher dilletantisch schnitt ich nach Gutdünken Äste heraus und bemühte mich, möglichst viel totes Material, sowie diagonal wachsende Äste zu entfernen. Nach dem Rückschnitt sah der Baum bereits deutlich geordnerter aus und es wurde Zeit, ihn in einen Kübel zu setzen. Hier fand ich einen alten 50cm Kübel, den ich mit lehmhaltiger Gartenerde füllte. Für’s erste ein zufriedenstellendes Werk – abgesehen von dem Kübelprovisurium. Nur das Gewicht der Pflanze samt Kübel lässt mich bei Gedanken an die Überwinterung jetzt schon erschaudern. ;-)

unterschrift_75

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