Neuaustrieb an ausgepflanztem Granataptel (Punica granatum)

Granatapfelbäume findet man in heimischen Gärten so gut wie garnicht. Lediglich als Kübelpflanze findet Punica granatum Verwendung und wird für diesen Zweck manchmal im Einzelhandel angeboten. Da sich die natürliche Verbreitung über den vorderen Orient, Indien bis nach China erstreckt, liegt es nahe, dass diese Pflanze wärmere Gefilde bevorzugt und in unsreren Breiten für gewöhnlich im frostfreien Raum überwintert werden muss. Die Überwinterung kann kühl und dunkel erfolgen, da die Pflanze dabei jegliches Laub verliert und keine Photosynthese betreibt. Ein unbeheizter, aber frostfreier Kellerraum ist dafür ideal.

Dass jedoch auch exotische Pflanzen teilweise gar nicht so frostempfindlich sind, wie der ihnen vorauseilende Ruf es suggerieren mag, zeigen Olive und Zitrone sehr gut. Erstere finden sich mittlerweile sogar als ausgepflanzte Solitärgehölze in heimischen Gärten und sind im Winter meist mit einem Winterschutz in Form einer isolierenden Folie zufrieden. Zitronen eignen sich zwar eher weniger zum Auspflanzen, doch stecken sie als Kübelpflanzen gut und gern die ein oder andere Frostnacht weg. Hier gilt im Allgemeinen: je älter/größer die Pflanze ist, desto robuster ist sie.

Doch wie sieht es mit Granatapfelbäumen aus?

Per se ist diese Pflanze weitaus weniger robust als Oliven und Zitronen, doch steckt auch Punica granatum mehr weg, als man oft liest und hört. Auch hier gilt wieder: je älter die Pflanze, desto robuster ist sie. Dass nun ausgerechnet eine zwei Jahre alte Jungpflanze bereits den zweiten Winter im Garten überlebte, zeigt recht deutlich, dass man Aussagen zur Frostverträglichkeit nur schwer pauschal treffen kann.

Die Pflanze wurde im Frühjahr 2013 aus Samen einer frischen Frucht gezogen und wächst seit dem Pikieren im Sommer 2013 im Garten. Wie auch im letzten Frühjahr, zeigen sich auch dieses Mal wieder viele frische Triebe, aus denen in wenigen Tagen oder Wochen neue Zweige entspringen.

Zwar ist das Exemplar kein Paradebeispiel des guten Wuchses – und vor allem nicht des schnellen Wuchses, doch dient es als passables Beispiel zur Veranschaulichung des Überlebenswillen manch einer zimperlich erscheinenden Pflanze.

Wer sich nun jedoch Hoffnungen macht, Punica granatum als dauerhaftes Solitärgehölz im Garten auszupflanzen, dem sei allerdings der Fairness halber der Winde aus den Segeln genommen; Die letzten beiden Winter waren sehr mild und hatten insgesamt nur wenige Frostnächte. Die Wahrscheinlichkeit, dass eine exotische Pflanze in solcher Witterung eher überlebt, als in gewöhnlichen Wintermonaten ist durchaus gegeben. Jedoch kann niemand garantieren, dass eine Pflanze, die zwei milde Winter überlebte, auch einen strengen Winter übersteht. Das wäre zwar das Wunschdenken vieler Pflanzenfreunde, jedoch ist dies ohne entsprechende Frostschutzmaßnahmen in der Regel unrealistisch.

Jedoch entwickeln Pflanzen Toleranzen und härten im Laufe der Zeit ab, so dass man auch in eher empfindlichen Gewächsen die Kämpfernatur entdecken kann. Mein experimentelles Granatapfelbäumchen bleibt auch weiterhin im Garten und darf sich mit Wind und Wetter auseinandersetzen. Letztendlich überstand dieses Exemplar die letzte Überwinterung deutlich zufriedenstellender, als die restlichen Exemplare die Überwinterung im Keller, die von Geilwuchs und Ausfällen gekennzeichnet war.

Die Aussaat von Punica granatum ist übrigens kinderleicht und sollte jeder Pflanzenfreund einmal gemacht haben.

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Eine Antwort zu “Neuaustrieb an ausgepflanztem Granataptel (Punica granatum)

  1. Ich werde die nächsten Granatapfelpflänzchen wohl auch ganzjährig auf dem Balkon lassen, es kann ja nicht mehr schlimmer kommen. Mir sind wirklich alle 6 Pflänzchen, die ich im Keller überwintert habe, umgekommen. :-(

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