Fäulnis an Kaktus – Not-Operation und Wundversorgung

Bei der Routinekontrolle meines Kakteenwinterquartiers fiel mir an einer Mammillaria ein Trieb auf, der unnatürlich abgesenkt war. Erst ging ich davon aus, dass dies durch die ausbleibenden Wassergaben während der aktuellen Winterpause entstanden war und die Pflanze einfach erschlaffte. Doch beim Aufrichten des Triebes riss die Haut der Pflanze ein und eine übelriechende, braunfaulige Flüssigkeit kam herausgeflossen.

Nach Gymnocalycium saglionis, Astrophytum asteria und Euphorbia obesa ist dies schon die vierte sukkulente Pflanze, die während der Überwinterung durch Fäulnis auffällt. Wahrscheinlich hat irgendein Neuzugang die Pflanzen mit einem Pilz oder Virus infiziert – ich tippe auf G. saglionis, der von vornerein seltsame Flecken aufwies, die nach etlichen Monaten, neulich schließlich übelriechend zerflossen. Ähnliche Anzeichen gab es auch bei den anderen „Patienten“.

Bei der heutigen Mammillaria war aktuell nur ein Trieb betroffen. Die faule Stelle ließ sich auch recht großzügig herausschneiden, so dass ich guter Dinge bin, dass die Pflanze überlebt. Im schlimmsten Falle wird allerdings der betroffene Trieb entfernt werden müssen. Schade, aber hoffentlich kein Totalschaden. Doch eh ich dies mit Sicherheit sagen kann, muss die Pflanze sich erst wieder erholen und vor allem darf die Fäulnis nicht weiter voranschreiten.

Mit Küchenkrepp, welches ich in die Wunde steckte, entfernte ich die Flüssigkeit und schabte die Wunde schließlich mit einem sterilen Löffel großzügig aus. Da Zimtpulver in Pflanzenforen oft eine antiseptische Wirkung in Bezug auf Schnittstellen nachgesagt wird, bestäubte ich die Wundränder großzügig mit Zimt.

Leider musste ich mehr Gewebe entfernen, als mir lieb war. Ob die Operation erfolgreich war und inwiefern sich der Trieb retten lässt, wird die Zeit zeigen. Sollten sich Anzeichen bilden, dass die Fäulnis nicht eingedämmt ist, werde ich den Trieb komplett entfernen, das befallene Gewebe an Trieb und Pflanze noch großzügiger zurückschneiden und versuchen die Triebspitze zu bewurzeln. Vorerst steht die Pflanze von den restlichen Kakteen separiert.

Die weißen Spitzen der Pflanze sind erst im Winterlager aufgetreten. Ich tippe auf Lichtmangel. Aufgrund der doch nicht optimalen Temperatur wachsen die Pflanzen weiter und neigen aufgrund des Lichtmangels zu solchen Mangelerscheinungen und Geilwuchs. Das unmittelbare Ziel zur Optimierung des Quartiers besteht darin, die Temperatur um mindestens 5°C auf 15°C zu drosseln und die anderen Pflanzen weiterhin unter Beobachtung zu halten. Sollte tatsächlich ein Pilz oder Virus grassieren, besteht schneller Handlungsbedarf.

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