persönliches Resumee zum Blogger-Kreativ-Tag

Mit dem Blogger-Kreativ-Tag fand für mich am vergangenen Samstag das erste Bloggerevent meiner Bloggerlaufbahn statt. Um so erwartungsvoller fieberte ich dieser Veranstaltung entgegen und hoffte auf regen Austausch mit anderen Bloggern. Dass die Teilnehmerliste überwiegend aus Bastel-/Lifestyle- und Einrichtungbloggerinnen bestand und ich als Gartenblogger – mit einer Mitstreiterin und einem Mitstreiter – in der absoluten Minderheit war, empfand ich anfangs zwar als Enttäuschung, doch je näher das Event rückte, desto interessanter fand ich diese bunte Mischung an absolut widersprüchlichen Themenbereichen. Schließlich hatte ich auch nicht damit gerechnet auf einem Bloggerevent über die Kultivierung von Pflanzenraritäten zu diskutieren – wirklich nicht. Im Vordergrund stand für mich persönlich der Austausch zum Bloggen allgemein. Insbesondere die Themen Social Media und die zunehmende Kommerzialisierung von privaten Blogs waren Punkte, die ich mir auf die ToDo Liste gesetzt hatte.

Die Veranstaltung begann mit einem lockeren Empfang und der Aushändigung unserer Namensschilder. Alles wirkte hochoffiziell und nach einer illustren Gesellschaft. Neben den geladenen Bloggern waren leitende Mitarbeiter von toom und Teile der Lavivaredaktion zugegen. Ein Eventkoch und Cateringpersonal sorgten für das leibliche Wohl. Zudem wurden die Teilnehmer auf Schritt und Tritt von einem Kamerateam und einem Fotografen begleitet.

Angekündigt als Impulsvortrag, folgte als Einleitung in das Event eine Rede der Designerin Judith Milberg, die im Grunde eine Vorstellung ihrer selbst und ihrer Tätigkeiten war. Man merkte: vor uns stand eine renommierte und weitgereiste Persönlichkeit, die mit ihren Themen zu Internet und ihre Tätigkeiten als Designerin und Kunsthistorikerindurchaus zu begeistern wusste.

Und da standen sie nun, die Teilnehmer des Blogger-Kreativ-Tages und lauschten Frau Milberg. Einige Gesichter, Namen und die dazugehörigen Blogs waren mir bereits durch Recherchen und Ausflüge in die Blogosphäre bekannt. Persönlich kannte ich allerdings niemanden.  Es war eine eine buntgemischte, teils skurril anmutende Gemeinde, die sich thematisch allerdings eindeutig in zwei Lager aufspaltete, wie es eigentlich zu erwarten war.

Nach dem Vortrag folgten endlich die angekündigten Workshops. Wie bereits im Vorfeld mitgeteilt wurde, sollten die beiden Workshops sich thematisch in Richtung DIY und Garten bewegen.

Doch die Ausführung verlief entgegen der Ankündigung leider in völlig andere Richtungen. Meine Hoffnung, DIY mit Heimwerken gleichzusetzen, zerschlug sich recht schnell. DIY stand hier für das Basteln von Bilderrahmen. Nun erschloß sich mir auch der verwendete Begriff „Soft DIY„. Aber halb so wild, es gab ja immerhin noch den angekündigten Gartenworkshop. Doch Garten? „Aus dem Garten, auf den Tisch“ – wieso ich hier nicht ans Essen dachte, verstehe ich im Nachhinein selber nicht. Dabei denke ich eigentlich immer ans Essen!

Man mag es ahnen: Leider war das Thema Garten lediglich im Titel des Workshops zu finden, denn hier sollte gekocht werden.

Ich hatte also nun die Wahl zwischen Bilderrahmen basteln und kochen. Moment, hatte ich nicht erst meine Eigenbau-Werkbank als Referenzprojekt für dieses Event eingeplant, sollten sich die Gespräche und Themen in Richtung DIY bewegen? Ja, hatte ich. Aber eine Werkbank als Thema war hier so fehl am Platze, wie Glitzersticker auf einer Kreissäge. Die Entscheidung zwischen den beiden Workshops fiel mir schwer – sehr schwer. Aber da mein Magen grummelte und da ich generell sehr gerne esse, gab es nur den einen Weg: „Hör‘ auf deinen Bauch, Junge!“ – und so schloss ich mich der Kochtruppe an.

Im Grunde war es dann doch spannender, als ich es mir ausgemalt hatte. Es wurde Pesto und diverse Chutneys gemacht. Ich für meinen Teil habe mich der Pestotruppe angeschlossen und so wurden in Teamwork etliche Basilikumpflanzen gerupft (Yeah, immerhin Pflanzen!) und püriert, was das Zeug hielt. Warum ich mich ausgerechnet der Pestotruppe anschloss, weiß ich im Nachhinein auch nicht, war Pesto doch eigentlich das Gericht der italienischen Küche, auf das ich immer dankend verzichten konnte; Mit diesem öligen Basilikumbrei konnte ich mich noch nie anfreunden. Doch dieses Pestorezept war ausgesprochen gut!

Ja, so gut, dass meine Kollegen aus der Pestotruppe das Weite suchten und mir die volle Verantwortung der Pestobereitung überließen. Verständlicherweise war Twittern und das Posten von Statusupdates auf Facebook, Instagram etc. pp. natürlich wichtiger. So sind sie eben, die Blogger! Mir sollte es recht sein, so hatte ich die Möglichkeit vor der Kamera das Pesto im Alleingang zuzubereiten und fühlte mich dadurch natürlich recht geschmeichelt. Und ja, es schmeckte mir wirklich super! Lag wohl am hohen Parmesananteil.

Nach den Workshops folgte allgemeiner Smalltalk. Man ging herum, wechselte mit jedem Teilnehmer ein paar Worte und ging weiter. Nicht zum ersten Mal an diesem Tag bemerkte ich starke, themenabhängige Gruppenbildung. Ich weiß nicht, ob es nur mir so erging: aber als Gartenblogger fühlte ich mich zwischen all den hippen, dauertwitternden Trendsettern ein wenig deplatziert. Ich für meinen Teil hatte keinen Draht zu den Gesprächsthemen der illusteren Lifestylegemeinde und im Gegenzug wirkte ich als langhaariger Typ in Jeans und Kapuzenshirt, der zudem über Pflanzen bloggt, sicher genau so uninteressant auf diese Spezies von Bloggern, wie sie auf mich; Bis auf sehr wenige Ausnahmen wirkten die Gespräche auf mich stark affektiert, das Interesse geheuchelt. Hier passte einfach nichts zusammen.

Doch hatte ich in meinen beiden Gartenmitstreitern recht angenehme Zeitgenossen und Gesprächspartner gefunden. Das Sprichwort „Gleich und gleich gesellt sich gern„, zeigte sich hier sehr deutlich. Es wunderte mich ehrlich gesagt nicht, dass sich während des Tages zwei Lager bildeten. Bei völlig verschiedenen Bloginhalten und persönlichen Interessen, war das vorherzusehen. Doch kann man den Organisatoren hier keine Vorwürfe machen. Es war das erste Event dieser Art und man wollte „erst einmal schauen„, wie der Blogger-Kreativ-Tag verlaufen und ankommen würde. Da die Veranstaltung unter anderen unter den Fittichen der Baumarktkette toom stand, lag es nahe, dass die Themen breit gefächert waren. Schließlich bietet ein Baumarkt mittlerweile eine breite Produktpalette an, die eben auch über Einrichtung/Deko bis hin zur Gartengestaltung reicht.

Mein Fazit:

Trotz einiger Startschwierigkeiten, sah ich in der Teilnahme am Blogger-Kreativ-Tag einen lohnenswerten Schritt in die richtige Richtung. Zwar gingen meine Themen der ToDo-List leider im Eifer des Gefechtes völlig unter, doch bot sich die Möglichkeit einen kontrastreichen Blick über den Bloggergartenzaun zu werfen. Ich ging ohne großartige Erwartungshaltung an dieses Event heran und lernte viele neue Facetten der Bloggerwelt kennen. Diese reichten von dauertwitternden Mädels, deren Smartphone scheinbar mit der Hand verwachsen war, über Fotographiefetischistinnen, die sogar das Abendessen im Restaurant mit der Spiegelreflex in Szene setzten bis hin zu Trendsettern und Vintagegirlies. Eine illustre Gesellschaft, in der Garten- und Pflanzenblogger scheinbar ein sonderbares Randphänomen darstellten.

Blogger-Kreativ-Tag gerne wieder, aber dann bitte mit ausreichender Themenkompatibilität zwischen den Teilnehmern. Bei der überwiegenden Mehrheit wird es wahrscheinlich aus meiner Sicht getreu dem Satz „out of sight, out of mind“ verlaufen – gesehen und aus den Augen verloren. Wohingegen das Aufrechthalten des Kontakts zu den anderen Gartenbloggern sicherlich eine lohnenswerte Sache ist!

Hier wäre ein Vorschlag meinerseits, solche Events in Zukunft zielgruppenorientiert zu gestalten. Eines für die Fraktion der Deko- und Lifestyleblogger für die DIY schon die Gestaltung eines Wohnzimmers darstellt, ein anderes für die Gärtner und Heimwerker, die bei DIY nicht ans Basteln und Einrichten, sondern ans Hobeln und sägen denken und Pflanzen nicht in Einheitserde setzen, sondern ihre Substrate für jeden Bedarf und für jede Art speziell anmischen! Gerade letztere Auffassung von DIY passt doch auch viel besser zu einer Baumarktkette, oder nicht? :)

Ich danke hiermit allen beteiligten Organisatoren, die dieses Event ermöglichten. Trotz der Kritik, welche ich als Kinderkrankheiten verbuche, war es doch ein sehr gelungener Tag.

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7 Antworten zu “persönliches Resumee zum Blogger-Kreativ-Tag

  1. Vielen Dank für diese Einblicke in den Blogger-Kreativ-Tag. Wenn Ihr nur halb so viel Spaß an dem Tag hattet wie ich gerade beim Lesen dieses Beitrages, dann hat er sich schon gelohnt :-))). Naja, im Ernst: wieder eine Erfahrung reicher und die Idee eines solchen Tages ist sicherlich ausbaufähig und für Blogger dann auch wirklich bereichernd :-). LG Birthe

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    • Ohja, gelohnt hat es sich auf jeden Fall! Über gewisse Kinderkrankheiten kann ich da getrost hinwegsehen, auch wenn ich hier viele Dinge kritisiere, die vielleicht kleinlich klingen. Aber Wenn schon Feedback, dann richtig! Ich bin gespannt, ob es auf Gehör trifft.

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