Epiphyllum-Hybriden (Gastbeitrag von Jan Siegel)

Wie man merkt: Epiphytische Kakteen sind meine Leidenschaft. Blattkakteen kennen einige vielleicht als altes, riesiges Wirrwarr von den Großeltern oder als Erbstück der Famile. Gerade die Rote Ackermannii und ihre Hybriden waren und sind noch heute sehr beliebt, da sie sehr robust sind und eine ungewöhnliche Blüte zeigen.

Wie Rhipsalis kommen Epiphyllum aus Südamerika , wo sie ebenfalls in den Astgabeln der Bäume sitzen und sich Nährstoffe aus Vogelkot und angesammelten Pflanzenresten ziehen.

Die Amerikaner nennen sie „Orchid Cactus„, eine treffende Bezeichnung wie ich finde, zeichnen sie sich doch wie Orchideen durch ihre Wunderschönen Blüten aus. Sie wirken sonst eher schlicht, manch einer nennt sie sogar langweilig…

Bei den Blüten gibt es alle erdenklichen Grössen, Farben und Formen. Viele Liebhaber sammeln fast auschliesslich Hybriden und Naturformen dieser Gattung. Auch bei mir besteht der Großteil der Sammlung aus Epiphyllum Hybriden und anderen epiphytischen Kakteen.

Da Epiphyllum in der Natur eher im Schatten der Bäume gedeihen, sollte man sie auch hier besser nicht der heissen Mittagssonne aussetzen. Ausnahmen bestätigen beim Thema Sonne jedoch die Regel. Da hilft nur ausprobieren, ob sich ein blühfauler Epi in der Sonne doch wohler fühlt.

Auch wollen sie , für Kakteen ja eher untypisch, ein Humoses Substrat und reichlich Wasser. Bei mir stehen sie im gleichen Gemisch wie Rhipsalis, also 2/3Erde und 1/3 Pinienrindenstücke. Manchmal gibts auch hier Seramis oder Perlite als Zuschlag. Zurzeit versuche ich Kokohum als Substrat, da kann ich jedoch noch keine Erkenntnisse mitteilen.

Ich gieße, sobald das Substrat oberflächlich trocken ist. Meine Epiphyllum kommen ab Mai ins freie, und kommen gegen Ende Oktober wieder rein. Im Winter legen Epis eine Ruhephase ein. Meine stehen von Oktober bis Mai bei 8-15Grad im ungeheizten Dachgeschoss bei einem monatlichen Schluck Wasser.

Jedoch gibt es keine pauschalen Haltungsansprüche. Die Hybriden unterscheiden sich, je nach Einkreuzung, teilweise sehr stark von ihren Ansprüchen. Von absolut robust bis hin zur Diva und einem Sonnenkind ist alles vertreten. Hier muss jeder selbst herausfinden, ob sich die Hybride bei ihm wohlfühlt und blüht, oder nicht. Robuste und bewährte Zuchtformen für den Einstieg sind „Deutsche Kaiserin„, „Ackermannii„, „Adam“ oder „Cooperi„. Sehr oft sind die Hybriden ohne Namen, da wird man sich leider mit der Bezeichnung No-Name arrangieren müssen.

Mein Fazit: Wer einen ungewöhnlichen Kaktus sucht, der auch noch schön blühen kann, ist bei den Epis gut aufgehoben. Aber Vorsicht: es besteht Suchtgefahr, insbesondere die großblumigen Zuchtformen warten teilweise mit grandiosen Blüten auf. Hinzu kommt, das sie sich spielend leicht durch einzelne Blätter als Stecklinge vermehren lassen…

Da viele Meiner Epis noch nicht im blühfähigen Alter sind, bedanke ich mich sehr gerne und herzlich bei Mirko Meinel für das bereitstellen vieler schöner Bilder!

und ich danke Jan für diesen abwechslungsreichen und informativen Gastbeitrag!

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