Spontankäufe auf dem Kakteen- und Sukkulentenmarkt

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Eigentlich habe ich den Besuch des diesjährigen Kakteen- und Sukkulentenmarktes angesichts der strammen Wochenendplanung schon längst aus meinem Terminkalender gestrichen gehabt, doch fand ich am heutigen Sonntag wider Erwarten dennoch die Lust und Laune, spontan einen kurzen Abstecher in den Grugapark zu machen. Noch recht zermürbt vom gestrigen – grandiosen – Iron Maiden Konzert in Oberhausen, machte ich mich gegen Nachmittag auf den Weg gen Gruga. Da ich mit Bus und Bahn unterwegs war und der Rucksack eh keinen sicheren Transport etwaiger Pflanzen ermöglichte, arrangierte ich mich mit dem Gedanken, diesmal keine Pflanzen zu kaufen, sondern nur zu stöbern. Lediglich die Anschaffung von mineralischem Sukkulentensubstrat stand auf der ToDo-Liste für den heutigen Tag.

An der Orangerie des Parks angekommen, startete ich meinen Rundweg um die Stände und fand trotz nicht vorhandener Kaufabsichten schon am ersten Stand potentielle Kandidaten für meine Pflanzensammlung. U.a. Lophophora williamsii. Recht große Pflanzen mit einem Durchmesser von bereits knapp 4cm zu 3,50Eur. Ok, ich bin schwach. Aber eine solche Pflanze zu dem Preis auszuschlagen wäre schon fast fahrlässig gewesen und so entschloss ich, dem Stand nach der Stöberrunde einen weiteren Besuch zwecks Kauf abzustatten, um meinen Peyotejungpflanzen vom letzten Jahr einen „großen Bruder“ zu organisieren.

Im Vergleich zum Pflanzenraritätenmarkt im April war der Sukkulentenmarkt zwar kleiner, doch durch das spezialisierte Angebot der Händler gab es im Endeffekt eine interessantere Auswahl – sofern man denn ein Kakteen- oder Sukkulentenfraund ist. Wie der Titel der Veranstaltung schon vermuten ließ, lag das Hauptaugenmerk eben auf Kakteen und Sukkulenten. Neben eher gewöhnlichen Kugelkakteen in diversen Gattungen, Arten und Sorten fanden sich auch seltene sukkulente Gewächse wie Fockeas, diverse Pachypodien und natürlich auch Wüstenrosen. Zwischen diesen Pflanzen wirkten vereinzelte Karnivoren, Palmen und Orchideen schon fast fehl am Platze. Natürlich spielte auch das Wetter mit und bei 30° im Schatten fühlten sich die dargebotenen Kakteen und Sukkulenten sicher um so wohler.

Was mir schon am Frühjahrspflanzenraritätenmark besonders ins Auge fiel, war die Stimmung auf dem Markt und die Präsentation der Auswahl. Wie schon damals fand man auch beim Kakteen- und Sukkulentenmarkt kaum bzw. keine Pflanzen aus liebloser Massenproduktion, wie man sie aus dem Gartencenter kennt. Hier hatte man tatsächlich den Eindruck, man kauft direkt vom (Hobby)Züchter.

Nach weiterem Stöbern fand ich recht schnell den Grund für meine Anwesenheit: mineralisches Kakteensubstrat. Ein 3l Schlauch für 3,50Eur. Gut, gibts im Internet zwar günstiger, doch angesichts der horrenden Versandkosten, lohnt sich die Bestellung solcher Produkte nicht, ergo wurde hier direkt zugeschlagen. Zu meiner Freude führte der Stand ebenfalls diverses Zubehör und so landete auch noch ein Stapel Pflanzenetiketten im Rucksack. Zwischenzeitlich blieb mein Blick an diversen blühenden Kakteen hängen. Nicht, dass ich jemals interesse an blühenden Kugelkakteen hatte. Nein im Grunde fand ich solche Pflanzen eigentlich sogar immer recht spießig und kitschig. Doch je länger ich die Kakteen betrachtete, desto größer wurde die Sympathie, die ich für sie empfand. Macht ja schließlich schon was her, so ein plumper Kaktus mit einer hochfiligranen Blüte, welche an Schönheit kaum zu übertreffen ist.. Recht schnell fand ich meinen Favoriten: einen mind. 14jährigen Kaktus der Gattung Gymnocalycium für 4Eur. Zur Art und Sorte ist leider nichts bekannt, doch laut Internetrecherche könnte es sich hierbei entweder um Gymnocalycium gibbosum oder Gymnocalycium ochoterenae ssp. herbsthoferianum handeln.

Der Heimweg mit den Spontankäufen gestaltete sich als komplizierter, als erwartet. Den Peyote konnte ich zwar noch zwischen Tempos und Sukkulentensubstrat halbwegs sicher im Rucksack einquetschen, doch beim Gymno sah es schon ganz anders aus, wollte ich die filigrane Blüte keinesfalls durch Unachtsamkeit zerstören. Schlussendlich lief es darauf hinaus, dass ich mit einem Kaktus in der Hand mit öffentlichen Verkehrsmitteln durch Essen fuhr und schräge Blicke erntete. Muss wohl ein lustiges Bild gewesen sein: ein großer bärtiger Typ mit langen Haaren, der krampfhaft einen Kaktus in der Hand hält. Seis drum. Beide Probanden sind gut daheim angekommen und durften auch schon vor der Kamera posen. Doch handelt es sich beim Gymno entweder um eine Diva oder um ein extrem schüchternes Exemplar. Kaum daheim, schloss sich auch schon die Blüte, eh ich sie in voller Pracht knipsen konnte.

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Nachtrag (08.07.2013): und siehe da, im Sonnenlicht hat sich die Blüte des Gymnos wieder geöffnet und strahlt in voller Pracht

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Eine Antwort zu “Spontankäufe auf dem Kakteen- und Sukkulentenmarkt

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