Euphorbia stellata – die Gestirnte

Bereits im letzten Artikel sinnierte ich über den positiv zu bewertenden Trend der IPM in Richtung Seltentes, Rares und Skurriles. Pflanzen, die bis vor einigen Jahren kaum, oder ausschließlich auf Sammlerbörsen, erhältlich waren, treten immer öfter auf der Messe in Erscheinung und besitzen das Potential, die Gartencenter und somit auch die Massen zu erreichen. Wertet man die Messe als Trendbarometer, liegt dies durchaus im Rahmen des Realistischen. Die mitlerweile sehr weitläufige Verfügbarkeit von Adenium obesum, Brighamia insignis, Fockea edulis und vielen anderen Exoten, Sukkulenten und Kakteen, spricht deutlich für eine gesteigerte Nachfrage auf diesem Gebiet, fernab des eingeschworenen Kreises der Raritätensammler und Pflanzenenthusiasten.

Auch die Gattung Euphorbia profitiert von diesem Trend. Zwar sind mit E. pulcherrima und E. milii zwei absolute Platzhirsche aus dem Zierpflanzensegment bereits seit langem im Rennen, doch hat die – mehr als 2100 Arten umfassende – Gattung weitaus mehr zu bieten, als die ausgelutschten Dauerbrenner Weihnachtsstern und Christusdorn.

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Euphorbia stellata

Euphorbia stellata, die Gestirnte, eine Pflanze, die man bis dato nur sehr selten im Einzelhandel findet und ihr Segment überwiegend in Sammlerkreisen zu behaupten weiß, ist beispielsweise eine der erwähnten extravaganten Euphorbien, die auf der diesjährigen IPM durch ihre – zwar subtile, aber nicht zu übersehende – Anwesenheit, Aufmerksamkeit erlangten. Mit ihrem weitläufig bekannten Verwandten, dem Weihnachtsstern, hat sie bis auf die Gattungszugehörigkeit keine nennenswerten Gemeinsamkeiten.

E. stellata stammt aus dem südafrikanischen Raum und zeichnet sich durch ihren ausgeprägten Caudex aus. Während der Caudex am Naturstandort unterirdisch liegt, ist er in der Kulturform dieser Pflanze ein maßgebendes Attribut und wird gern zur Schau gestellt. Am Scheitelpunkt des Caudex entspringen bedornte Triebe, die dem Caudex einen kopfähnlichen Habitus verpassen, wobei die Triebe mit etwas Phantasie eine Art Frisur sein könnten, die auf einer großen Stirn thront. Hier ließe sich auch der Name stellata – gestirnt – ableiten. Ob dieser Zusammenhang jedoch der exakten Deutung entspricht oder lediglich eine phantasievolle Interpretation darstellt, ist leider nicht bekannt, wird aber recherchiert.

Wie bei sukkulenten Gewächsen aus diesen Gefilden üblich, wird E. stellata in mineralischem Substrat gehalten. Der hohe organische Anteil des Substrates, in dem die gezeigte Pflanze verkauft wurde, ist leider bei Pflanzen der absatzorientierten Massenproduktion unumgänglich und bedarf eines raschen Umtopfens in entsprechendes bims- und lavahaltiges Substrat. Trotz steigender Präsenz solcher Pflanzen wird sich aus Gründen der Wirtschaftlichkeit an diesem Leidthema leider kaum etwas ändern lassen.

Wie bereits bei Kakteen immer wieder festgestellt werden kann, ist das Substrat (und eher suboptimale, absatzorientierte Kultur) eine der Kehrseiten der Medaille der steigenden Nachfrage solcher Pflanzen. Den Preis für die Verfügbarkeit im Einzelhandel zahlt letztendlich der Unwissende in Form von Enttäuschungen und kurzer Freude an der jüngst erstandenen Rarität aus dem Gartencenter.

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