zu Besuch im Bibelgarten Werlte

Da die Eltern meiner Freundin im Emsland wohnen, zieht es mich mittlerweile mehrmals im Jahr in den Norden – so auch die letzten Tage. Diese kleinen „Kurzurlaube“ mit meiner Freundin bieten willkommene Abwechslung und lassen mich das gewohnte Umfeld für einige Zeit vergessen. Letzte Woche verschlug es uns während einer kleinen Radtour wieder einmal in den Bibelgarten, den ich bereits vor einiger Zeit kurz hier auf der Seite erwähnte.

Moment, Bibelgarten? Werde ich auf dieser Seite nun etwa die frohe Botschaft verkünden? Nein, ich bleibe lieber ein Freidenker und Pflanzenfreund. Aber dies hindert mich natürlich nicht, über den Tellerrand zu blicken. Interessanterweise finden sich auch in diesen Gefilden Themen, die tatsächlich relevant genug sind, um sie auf einer Pflanzenseite vorzustellen. Ein solches Thema ist sicherlich auch der Bibelgarten im emsländischen Werlte.

Auch wenn dieser Park „Bibelgarten“ heißt, ist es im Grunde ein botanischer Garten. Der Bezug zur Bibel wird allerdings durch die Wahl der Pflanzen hergestellt, die allesamt in der Bibel erwähnt werden und vorkommen. Dadurch liegt es natürlich schon auf der Hand, dass die Auswahl der Pflanzen deutlich in mediterranen Gefilden anzusiedeln ist.

Wer – wie ich – seit dem Konfirmationsunterricht keine Bibel mehr in die Hand genommen hat, wird sicherlich Probleme haben, bei manchen Pflanzen überhaupt einen Bezug zur Bibel zu erkennen. Bei Klassikern, wie Apfel, Feige und Passionsfrucht, mag man sich wahrscheinlich noch an gewisse Zusammenhänge erinnern, doch bei Rizinus, Krötenlilie, Aloe und Yucca bedarf es einiges mehr als absolutes Desinteresse an der „Heiligen Schrift“.

Doch wer als Pflanzenfreund den Bibelgarten besucht, wird ohnehin auf seine Kosten kommen. Was zählt, ist letzendlich die Anlage und ihre Bepflanzung. Der Rundweg führt den Besucher zu allen wichtigen Pflanzen und Stationen des Bibelgartens, vorbei an einer Steinwüste, einem imposanten Insektenhotel, einem Fischteich zu einem Laubengang. Von dort Betritt man einen Bereich, der einem Bauerngarten nicht unähnlich ist. Das Zentrum der überschaubaren Anlage bildet ein Glaspavillon, der zum verweilen einläd.

Besonders viel Zeit brauchten wir für den Besuch des Parks nicht einkalkulieren – er ist einfach klein. Während meine Freundin bereits alle Wege erkundet hatte und im Pavillon auf mich wartete, führte es mich zu einer weiteren Runde durch die Anlage, um ein paar Bilder zu knipsen.

Trotz des Herbstes strahlte der Park noch einen gewissen Reiz aus, der nicht zuletzt von den reifenden Früchten und letzten Blüten der Saison ausging. Zwischen prallen Kalebassen prangten mehrere Rizinusbüsche mit strahlend rotem Laub und ebenso gefärbten Früchten. Auch meine Lieblingspflanze des Parks, die weiße Passiflora caerulea, in die ich mich letztes Jahr bereits verguckte, zeigte noch dutzende Blüten und tauchte den Eingangsbereich in einen bonbonartigen Geruch.

Nach knapp zwanzig Minuten war auch dieser Besuch des Parks vorüber und es bleiben die Eindrücke, an die ich mich gern erinnere. Fürs nächste Jahr werde ich den Garten auf jeden Fall gründlicher unter die Lupe nehmen und ein wenig zu den gezeigten Pflanzen und Bibelbezügen recherchieren. Kann ja nicht schaden!

Mehr Infos zum Garten unter www.emsland.com/emsland/orte/werlte/detail-werlte/detail/bibelgarten-werlte.html

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