Ein Hobel ist ein Hobel, ist ein Hobel!

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Meine DIY-Heimwerkerartikel, die ich hin und wieder hier einwerfe, werden auch immer themenfremder, oder? Keine Angst, liebe Leser/-innen, diese Seite wird auch in Zukunft „Vegetation daheim“ heißen und weiterhin primär Themen aus dem Bereich „Pflanzen und Garten“ bieten.

Doch wer den heimischen Garten nicht nur als einen Hort der Flora betrachtet, sondern dort auch gern seine gestalterische Kreativität auslebt, weiß, dass man mit üblichen Gartenwerkzeugen hier nicht viel erreichen kann. Einen Garten besitzen, heißt nicht nur den grünen Daumen walten lassen, sondern auch handwerkliche Aufgaben erledigen. Oftmals sind in einem Garten viele verschiedene Werkstoffe vorhanden, so dass man häufig in die Rolle verschiedener handwerklicher Gewerke schlüpfen muss.

Im Zuge meines Bauerngartenprojektes, arbeite ich zur Zeit im Garten recht viel mit Holz. Zaun und Törchen sind bereits fertig, ein weiteres Insektenhotel ist in Planung.

Wie konnte es passender sein, entdeckte ich beim Trödelmarktbummel am Wochenende einen wunderschönen, antiken Hobel. Nicht, dass ich beim Kauf einen konkreten Verwendungszweck für das Teil gehabt hätte, doch für 3 Euro konnte ich nicht nein sagen. Zur Not hätte der Hobel eine nette Gartenhausdeko abgegeben. Und ganz nebenbei festgestellt, handelte es sich hierbei um ein deutsches Markenprodukt. Der Aufdruck zeigt die Buchstaben “LW”, was auf die Laupheimer Werkzeugfabrik schließen lässt.

Zuhause angekommen, probierte ich den Hobel aus und nahm sehr schnell Abstand von der Idee, ihn lediglich als Deko zu nutzen: Das Teil war scharf, aber sowas von! Da ich den Hobel nun als sinnvolles Werkzeug nutzen wollte, musste die Patina runter. Zwar verlieh sie ihm einen antiken Hauch, doch tu ich mich schwer mit Gegenständen, denen man ihr Alter nicht nur ansieht, sondern auch spürbar fühlt. Der Schmand musste weg!

Mit Schleifpapier, Dremel, Drahtbürste, Stahlwolle und Terpentin ging es dem Hobel an den Kragen. Das Ergebnis ließ mich durchaus überraschen, kam unter der Patina wunderbares, hellrotes Buchenholz zum Vorschein. Mit jedem Schliff entwickelte sich der Hobel immer mehr zu einem wahren Handschmeichler, den ich schlussendlich gar nicht mehr aus der Hand legen wollte. Zwar war ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden, doch trauerte ich auch ein wenig der Patina nach, die trotz meiner Abneigungen einen sehr speziellen Charme ausstrahlte, der nun verloren war.

Die Idee kam in Form von brauner Holzbeize. Mit ihr gewann das alte Stück schließlich einen Teil seiner ehrwürdigen Optik zumindest oberflächlich zurück. Dank des Sonnenscheins war die Beize schnell getrocknet und so konnte ich mich an eine kleine Erweiterung des Hobels machen.

Beim Testen auf Rauhspund war mir aufgefallen, dass ich den Hobel mit der Rechten intuitiv hinterm Messer griff und die Stahlkante zu Quetschungen am Zeigefinger führte. Ich erinnerte mich daran, dass manch andere Hobel an eben jener Stelle eine Art Keil besitzen, welcher der führenden Hand ergonomischen Halt bietet.

Nach einigen Überlegungen, baute ich mir einen solchen Keil aus einer Dachlatte. Die erste Version bestand lediglich aus einer Lage von 28mm Höhe. Zwar passte das Stückchen bereits gut hinter die Klinge, doch war es eindeutig zu klein, um den Hobel damit ergonomisch zu führen. Mit etwas Fummelei schnitt ich ein weiteres Stück zurecht, welches ich an den bereits vorhandenen Keil leimte. Mit dem Dremel und viel Geduld raspelte ich schließlich beide Stücke zu einem homogenen Holzkeil, der anschließend ebenfalls in braun gebeizt wurde.

Bis auf die unterschiedliche Maserung, ergeben Hobel und nachträglich eingebauter Keil eine optisch sehr ansprechende Einheit. Ich bin wirklich glücklich und zufrieden mit diesem Zufallsfund und werde ihn sicherlich gut im Garten gebrauchen können.

 

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