leb‘ wohl, Salix integra.

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Die Harlekinweide – Ein Baum, der während der letzten Jahre unerwartete Ausmaße annahm und schier unverwüstlich schien. Gekauft als Sonderangebot eines Baumarktes im Jahre 2005, verbrachte der Baum die ersten Jahre im Kübel auf der Terrasse, eh er seinen Standort in einer Ecke zur Straßenseite des Gartens fand. Dort wuchs er seit fünf Jahren zu einem stattlichen Exemplar heran und bildete mit seiner, mehr als drei Meter im Durchmesser messenden, Krone ein blickdichtes Bollwerk. Regelmäßiger Schnitt sorgte für einen dichten Wuchs, so dass der Baum aus dieser Ecke gar nicht mehr wegzudenken war. Kurzum: eine kleine Landmarke, die mir sehr ans Herz gewachsen war.

Der Schock kam im Frühling. Die Natur erwachte, doch tat sich die Weide diesmal sehr schwer. Nur wenige Knospen öffneten sich und starben sofort ab. Gehörte der Baum in den Vorjahren immer zu den schnellsten Gewächsen, blieb die Pracht des Neuaustriebes dieses Jahr aus. Die Ursachenforschung verlief ergebnislos im Sande. Lange Zeit hoffte ich auf erneuten Austrieb, doch tat sich nichts. Zögerlicher Rückschnitt zeigte: das Holz war spröde und wirkte generell recht leblos. War der Baum im langen Winter erfroren, gar vertrocknet? Ich tappte im Dunkeln. Weitere stichprobenartige Schnitte ins Holz zeigten dunkle Stellen, Gänge und.. Fraßspuren. Machte sich ein Schädling an diesem Baum zu schaffen? Der Fund eines Engerlings in einem solchen Gang bestätigte diese Vermutung: Holzbockkäfer!

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Mit dieser Diagnose war natürlich jegliche Hoffnung auf Neuaustrieb zerstört und so entschied ich mich, bis zum Herbst zu warten, um den Baum schließlich durch ein neues Solitärgehölz zu ersetzen.

Das Fällen des Baumes gestaltete sich als äußerst zeitintensiv, da alle Äste mit Säge und Astschere auf handliche Maße gekürzt werden musten, um diese platzsparend der Entsorgung zuführen zu können. Das erste Mal, dass ich einen Häcksler vermisste. Mit etwas Fleißarbeit passte das komplette Holz der Krone allerdings schlussendlich in ein kleineres Mörtelfass.

Auch wenn eine neue Harlekinweide als Ersatz eigentlich nie in Betracht kam, führte der letzte Gartencenterbesuch doch zum Kauf einer solchen Pflanze. Die Tradition siegte und so entfernte ich am Wochenende den verbleibenden Stumpf des alten Baumes und Pflanzte den neuen Baum ein. Ein recht ungewohnter Anblick, doch wachsen diese Gewächse so schnell, dass der neue Baum in wenigen Jahren den Durchmesser des alten erreichen könnte.

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